Peter Welz Video-Installationen
29. Februar bis 25. Mai 2008
Weserburg | Museum für moderne Kunst
Peter Welz zählt zu den herausragenden Künstlern der jungen deutschen Kunstszene. Internationale Aufmerksamkeit erzielte er mit einer fünfteiligen Videoarbeit, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Choreographen William Forsythe entstanden ist: Forsythe, langjähriger Leiter des Balletts am Staatstheater in Frankfurt am Main, tanzte ein Textfragment von Samuel Becketts „whenever on on on nohow on“, Peter Welz nahm diese Bewegungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit mehreren Kameras auf. Es entstand eine Video-Installation, die Forsythes Bewegungen im Raum in fünf simultanen Projektionen in einem Stakkato der Blickwechsel zeigt. Die Videobilder bilden so die Bewegungen ab, die der Tänzer in den Raum einzeichnet.
Ausgehend von den Bewegungsabläufen des Tanzes von William Forsythe hat Peter Welz skulpturale Rauminstallationen entworfen, die zum Bildträger seiner Videoarbeiten werden. Die tänzerische Bewegung ist so zum einen in der Bildfolge des Videos, zum anderen in der räumlichen Schwingung der Skulptur präsent.
Peter Welz, 1972 in Lauingen geboren und heute in Berlin lebend, studierte von 1993 -1995 am National College of Art and Design in Dublin, 1997 an der Cooper Union in New York und von 1995 bis 1998 an der Chelsea School of Art in London. Er versteht sich als Bildhauer, der die Fragen der skulpturalen Gestaltung mit dem Medium des Videos untersucht. Sein vornehmliches Interesse gilt der Bewegung der menschlichen Figur im Raum. Sein Werk wurde durch eine jahrelange Auseinandersetzung mit dem Werk Samuel Becketts thematisch gelenkt. Die Ausstellung in der Weserburg, die großzügig unterstützt wird durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung sowie durch die Museums-Freunde der Weserburg, stellt das Werk von Peter Welz mit neuen Arbeiten vor.
Besucher des Festivals TANZ Bremen 2008 haben bei Vorlage ihrer Eintrittskarte ermäßigten Eintritt in die Ausstellung.
Inmitten der Weser an der Bürgermeister-Smidt-Brücke befindet sich hinter den roten Backsteinmauern von vier großen Speichergebäuden die Weserburg, eines der größten Sammlermuseen für internationale Zeitgenössische Kunst in Deutschland. Auf 6000 Quadratmetern Ausstel¬lungsfläche werden seit 1991 Werke der verschiedensten internationalen Kunstrichtungen der letzten vierzig Jahre präsentiert. Erstmals wird hier die Idee eines Sammlermuseums umgesetzt, in dem der Sammler nicht nur Leihgeber, sondern auch Mittler Zeitgenössischer Kunst ist. Aus mehreren kleinen und großen europäischen Sammlungen wurden Schwerpunkte ausgewählt, die einen eindrucksvollen Einblick in die Kunst der unmittelbaren Gegenwart und jüngsten Vergangenheit geben.