Kino 46
Tanzfilm-Abend
Donnerstag, 6. März, 20.30 Uhr
Kino 46
Eintritt frei
Jean-Claude Gallotta und das Choreographenkollektiv Les Ballets C. de la B. gehören zu den einfluss reichsten Tanzschöpfern der Gegenwart. Das Kino 46 gibt in Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Kulturkanal ARTE einen Einblick in die Arbeit der Künstler, ihre inhaltlichen Schwerpunkte und ihre choreographische Handschrift.
99 duos
Jean-Claude Gallotta (25 Minuten, ARTE France 2003)
Die Paarformation gilt gemeinhin als die tänzerische Ausdrucksform für intime Gefühle. Mit einer spielerischen und poetischen Choreographie erschließt sich Jean-Claude Gallotta verschiedene Aspekte des Duos. Er verlässt in „99 duos“ den Rahmen von Helden- und Mythen-Figuren, die sonst Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind: In voneinander abge- setzten Teilen wechseln sich Duoszenen mit Auftritten mehrerer Paare ab. Gallotta erkundet so die reine Form des Paartanzes, ohne eine Geschichte zu konstruieren. Der Choreograph Jean-Claude Gallotta entdeckte den Tanz als Student in seiner Heimatstadt Grenoble. Er brach sein Studium ab, um mit neuen Tanzformen zu experimentieren, die sich direkt auf das Medium, den Körper des Tänzers, konzentrieren. Als er 1979 von einem Aufenthalt in New York nach Grenoble zurückkehrte, gründete er die inzwischen legendäre Compagnie Émile Dubois (seit 1984 das „Centre Chorégraphique National“ de Grenoble), deren Ziel die Zusammenarbeit von Tänzern, Schauspielern, Musikern und bildenden Künstlern an einem gemeinsamen Projekt ist.
Zwischen 1986 und 1990 leitete Jean-Claude Gallotta die Maison de la Culture „Le Cargo“ in Grenoble. Seine Inszenierungen sind von klassischem Tanz sowie Modern Dance beeinflusst und überschreiten die Grenzen zum Theater und zur Oper.
Les Ballets C. de la B.
Alain Platel (60 Minuten, ARTE France 2006)
Die Choreographen Koen Augustijnen, Christine de Smedt, Sidi Larbi Cherkaoui und Alain Platel verstehen sich als Geburtshelfer für verborgene Phantasien, Wünsche und Verrücktheiten. Die vom vierköpfigen flämischen Choreographenkollektiv .„Les Ballets C. de la B.“ gemeinsam entworfenen und produzierten Stücke sind stets in der Wirklichkeit mit all ihren Widerständen, Unvollkommenheiten und Anfälligkeiten verankert. Die vier Künstler lassen ihre Kreativität, ihre Lebenswege und Gedanken in ihre Tanzstücke einfließen. Die Faszination entsteht aus ihrer erstaunlichen Fähigkeit, die uns umgebende Welt neu zu erzählen. Auch nach 20-jährigem Bestehen haben sie nichts an Frische und unvoreingenommener Neugier eingebüßt. Die Dokumentation von Alain Platel fragt nach der Herkunft und der Arbeitsweise der Künstler. Zu sehen sind zahlreiche Ausschnitte aus den wichtigsten Arbeiten aller vier Choreographen. Eine bewegende Hommage an ein außergewöhnliches Kollektiv.
Mehr als ein Kino - so versteht sich das Kino 46. Fern vom Mainstream widmet sich das Kommunalkino nicht nur unentdeckten Reichtümern der Filmgeschichte, sondern in Sonderreihen auch den Genres Experimental- und Dokumentarfilm und der Filmkunst aus fremden Ländern. Ferner setzt sich das Kino 46 in Vorträgen, Seminaren und auf Symposien mit theoretischen Hintergründen und neuen Erkenntnissen der Filmwissenschaft auseinander.